Meridiane sind Energiebahnen, die die Aufgabe haben, die Lebens-
energie im Körper zu transportieren und zu verteilen. Das bedeutet,
dass die Lebensenergie des Menschen in so genannten Meridian-
bahnen verläuft.
Es gibt sechs Yin- und sechs Yangmeridiane, die jeweils paarig auf
der linken und der rechten Körperhälfte angeordnet sind. Sie
werden Hauptmeridiane genannt. Zusätzlich gibt es Neben-
meridiane. Ein Meridianpaar besteht aus einem Yin- und einem
Yangmeridian (z. B. Lunge- und Dickdarmmeridian), die parallel an
den Gliedmaßen verlaufen. 
Das Meridianpaar ist eine funktionelle Einheit und über Verbin-
dungsgefäße miteinander verkoppelt. Yangmeridiane verlaufen 
außen oder an der Rückseite des Körpers, während Yinmeridiane
innen oder vorne verlaufen. Die Meridiane fließen teilweise an der
Körperoberfläche. 
Der Mensch ist energetisch meistens nicht 
gleichmäßig ausgefüllt. Deshalb kann man durch spezielle
Übungen die Energie wieder gleichmäßig in den Fluss bekommen.

 

1. Lunge & Dickdarm Meridian

 

Stelle Dich schulterbreit hin. Gehe leicht in die Knie, 
beginne mit der Bauchatmung. Falte Deine Hände
hinter dem Rücken zusammen und lasse dabei beide
Zeigefinger gegeneinander herausstehen. Drücke die
Ellebogen durch, so dass die Arme ganz gerade werden. 
Erst dann strecke die Arme in Richtung Himmel.
Der Oberkörper steht ganz gerade und Dein Blick ist 
Richtung Horizont gerichtet. Schiebe nun das Becken
so weit nach vorne bis die Bauchmuskulatur leicht
anfängt zu zittern.

Beuge Dich nun nach vorne, lasse Deine Knie leicht
eingewinkelt und bleibe in der Bauchatmung.

Lasse den Kopf mal kurz kreisen um zu schauen
ob er auch wirklich locker und entspannt ist.

Versuche die Arme so weit wie möglich nach vorne
oben zu bringen.

 

2. Milz & Magen Meridian

Gehe auf die Knie und schiebe beim Setzen mit den Händen die Waden nach außen. Stütze Dich mit den Händen hinter dem Rücken auf dem Boden ab. Wenn Du kannst, gehe runter auf die Ellebogen. Gehe niemals über Deine eigene Grenze. Falls es Dir möglich ist, lege Dich mit dem Rücken ganz auf den Boden und strecke die Arme nach hinten aus. 
Bringe die Knie möglichst nah vorne zusammen, versuche den Hohlraum zwischen Lendenwirbel und Boden durch hineinatmen zu verringern.

 

3. Herz & Dünndarm Meridian

   

Setze Dich hin und lege die Sitzbeinhöcker frei, indem Du
die Po-Backen nach hinten außen ziehst. 
Lege die Fußsohlen aneinander und ziehe beide Füße so
nahe ans Becken heran wie möglich. Richte nun das Becken
auf, so dass ebenfalls die Wirbelsäule gerade wird. (Dies
fällt leichter wenn man sich mit beiden Händen an den
Füßen festhält und so Zug auf das Becken auslösen kann.)

.

Bringe nun etwas Zug auf
die Beinsehnen indem Du die
Hände auf die Knie ablegst
und gebe etwas Druck
Richtung Boden, falls es Dir
möglich ist.
 

 

Greife mit den Händen wieder die Füße und versuche nun
mit dem Kopf in Richtung Boden zu kommen.

 

4. Nieren & Blasen Meridian

Setze Dich hin und strecke Deine Beine lang nach vorne 
aus, lege die Sitzbeinhöcker frei, indem Du die Po-Backen
nach hinten außen ziehst. 
Richte den Oberkörper auf und strecke die Arme ganz
nach oben, so als ob Dich jemand lang ziehen würde.
 

 

Nun versuche mit den
Händen vorne Deine Füße
zu berühren oder an-
nährend in die Richtung.
Versuche jetzt wieder das
Becken aufzurichten und
den Oberkörper ebenfalls.
 

 

Beuge Dich nun ganz nach vorne, so dass Dein Kopf
Richtung Knie geht.

 

5. Herzkreislauf & dreifacher Erwärmer Meridian

Setze Dich im Schneidersitz oder halben Lotos oder
ganzen Lotos hin. Lege die Sitzbeinhöcker frei, indem Du 
die Po-Backen nach hinten außen ziehst. 
Strecke beide Arme nach oben und führe sie dann nach
links und rechts außen, so dass beide Arm im 45° Winkel
zur Dehnung kommen.

 

  

Verkreuze nun die Arme vor Deinem Körper,
so dass die Handgelenke jeweils nahe an
den Beckenknochen kommen
und die Ellebogen möglichst
durchgedrückt sind.
 

Beuge Dich nun nach vorne, Kopf Richtung Boden, atme
dabei nur noch tief in den Brustkörper, vor allen Dingen
in die Lungenspitzen. Fülle die Lunge so weit es geht mit
Luft an, bis es nicht mehr geht und atme dann erst wieder
aus. Da Du tiefer atmest als normal, atme einfach 
langsamer.

Hier heizt der Dreifache
Erwärmer Dir kräftig ein!

 

6. Leber & Gallen Meridian

          

         

Setze Dich in die Bein-Grätsche so weit es geht, so dass beide Beine mind. in einen 90° Winkel kommen. Lege die Sitzbeinhöcker frei. Richte
den Oberkörper auf und strecke die Arme ganz weit nach oben. Beuge Dich nach rechts rüber und versuche den Kopf in Richtung rechtes Knie zu bekommen und die linke Hand in Richtung rechten Fuß. Hierbei ist es ganz wichtig, dass Du die Beugung gerade auf der Beinlinie ausführst ohne dabei mit dem Arm vor dem Gesicht entlangzugehen, sondern über den Kopf, so dass eine Seitenspannung
am Oberkörper und im Schulterbereich entsteht. Nun richte die Schulter und den
Blick Richtung Himmel, soweit es Dir möglich ist, um die Spannung zu erhöhen.
Richte den Oberkörper auf und strecke die Arme ganz weit nach oben. Führe nun die Übung spiegelverkehrt zur anderen Seite durch. Richte den Oberkörper auf und strecke die Arme ganz weit nach oben. Beuge Dich nach
vorne und versuche den Kopf in Richtung Boden zu bekommen und die Hände und Ellebogen auf dem Boden ablegen.